Erbsen Samen “British Wonder“
Erbsen Samen “British Wonder“
Preis für packung von 30 (6g) Samen.
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Die Erbse (Pisum sativum), auch Gartenerbse oder Speiseerbse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae).
Die Erbse stammt ursprünglich aus Kleinasien und ist seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze. Sie war früher ein wichtiger Protein-Lieferant für die menschliche Ernährung. Heute wird sie vor allem als Gemüse und als Tierfutter verwendet.
Vegetativ
Die Erbse ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die Wurzel reicht bis einen Meter tief. An den Seitenwurzeln befinden sich die Wurzelknöllchen. Die Erbse geht nur mit der Knöllchenbakterien-Art Rhizobium leguminosarum Symbiosen ein.
Die Stängel sind niederliegend oder kletternd. Sie werden einen halben bis zwei Meter lang. Sie sind einfach oder am Grund verzweigt, hohl, kantig und kahl. Die Farbe ist bläulichgrün.
Die Laubblätter besitzen ein bis drei Fiederpaare und verzweigte Blattranken. Die Fiederblättchen sind eiförmig bis breit-elliptisch, abgerundet, ganzrandig (oder entfernt gezähnt). Sie sind zwei bis sieben Zentimeter lang und eineinhalb bis vier Zentimeter breit. Die Nebenblätter sind groß (vier bis zehn Zentimeter) und breit halbherzförmig. Am unteren Rand sind die Nebenblätter entfernt gezähnt bis ausgebuchtet. Am Grund haben sie meist einen violetten Punkt.
Blütenstand, Blüten und Frucht
Der Blütenstand ist ein- bis dreiblütig, die Traubenachse endet oft in einer Granne.
Blütenstände einer Erbse, mit Blütenknospen und Blüten.
Die Blüten haben einen fünf bis zehn Millimeter langen Stiel. Der Kelch ist glockig und am Rücken ausgesackt. Die Kelchzähne sind eiförmig-lanzettlich. Die unteren Zähne sind rund dreimal so lang wie die Röhre, sowie schmaler und länger als die oberen. Die Krone ist 15 bis 36 Millimeter lang. Bei der Unterart Pisum sativum ssp. sativum ist die Fahne weiß, bei der Unterart Pisum sativum ssp. elatius ist die Fahne blasslila und die Flügel sind dunkelpurpur.
Die Blüten führen Nektar und duften nach Honig. Der Bestäubungsmechanismus stellt eine Kombination aus Pump- und Bürstenmechanismus dar. In Mitteleuropa wird die Erbse nur von wenigen Bienen besucht. Die Kronblätter schließen so stark, dass nur wenige in Mitteleuropa heimische Arten den Mechanismus auslösen können und an den Nektar gelangen. Zumindest in Mitteleuropa ist die Erbse vorwiegend autogam.
Blütezeit ist Mai und Juni, wobei eine Blüte rund drei Tage blüht, eine Pflanze zehn bis 21 Tage.
Erbsenpflanze, zu erkennen sind die Blätter, die großen Nebenblätter und die Hülsenfrüchte.
Die Hülsenfrüchte sind drei bis zwölf Zentimeter lang, ein bis zweieinhalb Zentimeter dick und je nach Sorte gelb oder bräunlich, selten schwarz. Sie enthalten vier bis zehn Samen, die wie die Pflanze Erbsen genannt werden. Die Samen sind drei bis neun Millimeter groß und je nach Sorte unterschiedlich gefärbt. Der Nabel (Hilum) ist rund zwei Millimeter lang und elliptisch bis kreisrund.
Ökologie
Die Garten-Erbse ist eine bis 2 m tief wurzelnde Kletterpflanze.
Die Spaltöffnungen befinden sich auf der Ober- und Unterseite der Blätter.
Die Wurzeln beherbergen Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien der Art Rhizobium leguminosarum. Diese wurden hier(und bei anderen Schmetterlingsblütlern) erstemals durch den Italiener Malphigi 1675 in seinem Werk „Anatome planatarum“ beschrieben. Außerdem ist eine VA-Mykorrhiza mit dem Pilz Glomus intraradices möglich.
Die Pflanze mit dem Chromosomensatz 2n=14 ist ein klassisches Objekt der Mutationsforschung. Besonders auffällig sind die doppelt gefiederten Mutanten, bei denen alle Fiedern zu Ranken umgebildet sind, so dass, wie bei der Ranken-Platterbse Lathyrus aphaca, die Photosynthese fast nur von den großen Nebenblättern übernommen wird.
Die Blüten sind „Nektar führende Schmetterlingsblumen (=Schiffchenblumen)“ mit einer Bestäubungsart aus eine Kombination aus Pump- und Bürstenmechanismus. Die unteren Kronblätter sind so eng miteinander verbunden, so dass nur Hummeln zum Nektar gelangen können, aber selbst diese besuchen die Blüten wenig.
Der Samenansatz erfolgt daher bei uns überwiegend über eine Selbstbestäubung der kleistogamen Blüten.
Die Blütezeit ist Mai und Juni, wobei eine Blüte rund drei Tage blüht, eine Pflanze zehn bis 21 Tage.
Die Früchte sind aufgeblähte Hülsen,die 8 Samen enthalten und als Austrocknungsstreuer wirken. Es liegen typische Rollsamen mit einer in diesem Fall durchscheinenden Samenschale vor, so dass einige Merkmale der Folgegeneration bereits auf der Mutterpflanze an den Samen zu erkennen sind.
Inhaltsstoffe
Grüne, unreife Erbsen enthalten 18 bis 20 Prozent Trockensubstanz, die sich folgendermaßen verteilt: 5–8 % Protein, 0,5 % Fett, 10–15 % Kohlenhydrate. Reife Samen enthalten 20–25 % Eiweiß, 1–3 % Fett und 60 % Kohlenhydrate.[1] Marquard gibt folgende Prozentzahlen, bezogen auf das Trockengewicht, an: 25,7 % Rohprotein, 1,4 % Rohfett, 53,7 % Kohlenhydrate, 18,7 % Ballaststoffe und 2,9 % Mineralstoffe.
Die für den Menschen essentiellen Aminosäuren sind in Erbsen wie folgt vorhanden (in Gramm pro 16 Gramm Stickstoff): (Cystein 1,0), Methionin 0,9, Lysin 7,3, Isoleucin 4,2, Leucin 7,0, Phenylalanin 4,4, (Tyrosin 3,1), Threonin 3,8, Tryptophan 1,5, Valin 4,7.
Der durchschnittliche Mineralstoffgehalt beträgt:
Makroelemente (in Prozent der Trockenmasse): Calcium 0,06, Phosphor 0,42, Natrium 0,03, Kalium 1,06, Magnesium 0,13.
Mikroelemente (in mg pro kg): Eisen 56, Zink 39, Mangan 14, Kupfer 8.
Trockenspeiseerbsen besitzen einen Tanningehalt von 0,9 bis 1,4 %, der Tanningehalt von Futtererbsen liegt zwischen 1,5 und 2,5 %.
Erbsen enthalten wie die meisten Leguminosen Phytoöstrogene, die die Fruchtbarkeit von Säugetieren reduzieren.[3] In Indien verwendeten Frauen Suppe aus Erbsenhülsen zur Verzögerung der Empfängnis.
Erbsensamen enthalten in geringem Ausmaß auch cyanogene Glycoside (Linamarin), etwa 2,3 mg HCN pro 100 g.
Verwendung
Der größte Teil der Trockenerbsen wird in der Tierernährung als Erbsenschrot verfüttert, ebenso Erbsenfuttermehl aus der Nahrungsmittelproduktion und Erbsenkleie als Rückstand in der Schälmüllerei. Auch Erbsenstroh wird wegen seines hohen Nährstoffgehalts verfüttert. Weiters wird die Erbse als Grünfutter und als Gründünger verwendet.
Für die menschliche Ernährung wurden ursprünglich ebenfalls Trockenerbsen verwendet, die hauptsächlich als Mus zubereitet wurden. Heute noch verbreitet ist die Erbsensuppe. Im 19. Jahrhundert entstand die Erbswurst. Getrocknete Erbsen werden als ganze Erbsen (mit Samenschale) oder als halbe Erbsen (deren Samenschale entfernt wurde) benutzt.
Heute werden Erbsen in Mitteleuropa hauptsächlich grün zubereitet. Häufig finden Erbsen in Form von Konserven und tiefgekühlt Verwendung; seltener frisch, da Erbsen nicht besonders lange haltbar sind und rasch an Geschmack verlieren. Im Gegensatz zu früher wird sie als Gemüsebeilage verwendet, weniger als Hauptnahrungsmittel.
Gekeimte Erbsen könnten nach neueren Untersuchungen die Nährstoffe besser verdaulich machen.
Geschichte
Ab etwa 8000 v. Chr. ist der Anbau von Erbsen durch archäologische Funde belegt. Die ältesten Funde stammen aus Jericho, und Aswad in Syrien und gehören zu jungsteinzeitlichen Ackerbaukulturen. Aus Griechenland, wo die Wildform ebenfalls heimisch ist, gibt es einen Fund aus der Zeit 7300 bis 6000 v. Chr. (Franchthi). Anhand der archäologischen Funde lassen sich die Unterarten und Varietäten kaum unterscheiden und der Übergang von den Wild- zu den Kulturformen kaum exakt nachzeichnen. Die Wildformen (P. sativum subsp. elatius wachsen heute noch wild in den Maquis und als Ackerunkräuter in Griechenland, Türkei und in der Levante. Von dort breitete sich die Erbse mit dem Ackerbau nach Europa aus: Bulgarien 4800 bis 4600 v. Chr. (Stufe Karanova I/II), Serbien 5300 bis 4500 v. Chr. (Starčevo-Kultur), Polen ab 4500 v. Chr. In das westliche Mittelmeergebiet drang die Erbse erst später vor: Italien im Spätneolithikum, Spanien erst in der Bronzezeit.
In Deutschland war die Erbse, wie auch die Linse, neben Getreide das Grundnahrungsmittel der ältesten Ackerbauern, den Bandkeramikern. An jeder zweiten Getreidefundstelle kommen auch Erbsen vor, die Nordgrenze war der nördliche Rand der Mittelgebirge. Aus der Mittleren Jungsteinzeit liegen anteilsmäßig wesentlich weniger Erbsenfunde vor, die Ursache dafür ist ungeklärt, lag aber möglicherweise in einer vermehrten Nutztierhaltung. In der Bronzezeit, ab etwa 1800 v. Chr., nahm der Anteil der Hülsenfrüchte und damit auch der Erbsen wieder zu.
Im Altertum wurde die Erbse in Europa ebenfalls weit verbreitet angebaut. Auch im Capitulare de villis Karls des Großen werden Erbsen erwähnt (pisos mauriscos). Im 13. Jahrhundert erwähnte Petrus de Crescentia aus Bologna weißsamige Erbsen. In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts werden Kleine Felderbsen mit weißen Blüten und Große Gartenerbsen mit rosa oder roten Blüten unterschieden, z. B. bei Leonhart Fuchs[10].
Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Erbse als Trockengemüse verwendet und im Allgemeinen als Mus gegessen. Erst ab dem 16. oder 17. Jahrhundert wurden Sorten gezüchtet, die man unreif und grün verspeiste oder als Zuckererbsen mit der Hülse. Zu Beginn waren diese Erbsen sehr teuer und etwa am Hof König Ludwig XIV. sehr beliebt. Die Trockenerbsen wurden jedoch erst durch die modernen Konservierungstechniken (Konserven, Tiefkühlen) vom Speisezettel verdrängt, erleben aber im Rahmen der Vollwertküche wieder eine kleine Renaissance.
Brauchtum
Als uralte Kulturpflanze spielt die Erbse auch in Sagen und Märchen eine große Rolle. Als Beispiel diene nur das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, oder auch Aschenputtel. Erbsenmus galt auch als Lieblingsspeise von Zwergen und Heinzelmännchen. Absichtlich ausgestreute Erbsen verrieten aber Letztere, woraufhin sie Köln verließen.
Erbsen galten auch als Totenspeise. Die erste Erwähnung diesbezüglich stammt aus dem Ägypten der 12. Dynastie (1900 v. Chr.). Auch in Mitteleuropa war die Erbse eine Totenspeise. Wer in der Karwoche Erbsen aß, sollte bald eine Leiche im Haus haben. Auch das Verspeisen von Erbsen während der zwölf Rauhnächte sollte zu verschiedenen Unglücksfällen führen. In Böhmen war es Brauch, am Heiligen Abend in die Ecken der Stuben kreuzweise Erbsenmus zu streuen, wohl ein Relikt aus der Verehrung der Totengeister, später diente als Erklärung für die Mäuse. In manchen Gegenden ist Erbsensuppe fixer Bestandteil des Leichenschmauses, so in Mecklenburg. In Freiburg im Breisgau wurde sie bei der Totenwache gereicht.
Erbsen galten auch als Fruchtbarkeitsbringer, da die verstorbenen Ahnen auch die Fruchtbarkeit brachten. Einige Bräuche in diesem Zusammenhang waren/sind: Erbsen als erstes Futter für die Schweine an Neujahr (Ostpreußen); Schlagen eines Sackes mit Erbsen an Obstbäume, damit sie soviel Früchte wie Erbsen im Sack tragen; Erbsen als Hochzeitsspeise; Erbsen zum Bewerfen des Brautpaares. Als Fruchtbarkeitsbringer sei auch der Erbsenbär erwähnt, der etwa im rheinländischen Karneval oder im alemannischen Raum vorkommt, oder in Ostdeutschland bis ins 20. Jahrhundert Bestandteil des Brautzugs war. Der Erbsenbär war in germanischer Zeit eine Verkörperung des Gewittergottes Thor (Donar), von daher kommt auch der Brauch in manchen Gebieten Deutschlands, am Donnerstag Erbsensuppe zu essen (z. B. Schwaben).


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